Paulus-Familienzentrum Celle

Celler Tafel Ausgabe

Dienstag 13:30 - 14 Uhr im Paulus Gemeindezentrum Rostocker Straße 90.
Wenn Sie die Celler Tafel nutzen wollen, melden Sie sich bitte bei der Ausgabe vor Ort an.

Das Team der Celler Tafel ist dienstags ab 10 Uhr telefonisch erreichbar unter Tel. 45015.

Konkretes diakonisches Handeln

Die Ausgabestelle der Celler Tafel in der Paulusgemeinde

Die Celler Tafel ist kein diakonisches Unternehmen. Der Verein Celler Tafel e.V. ist weltanschaulich und religiös ungebunden. Die Celler Tafel Ausgabestelle in der Paulusgemeinde dagegen versteht sich als diakonisches Projekt. Für die 8 bis 10 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die jeden Dienstag die Taschen für ihre zahlreichen Kundinnen und Kunden packen, ist klar: »Wir sind Kirche. Wir leisten diakonische Arbeit.«

Der Startschuss in der Ausgabestelle fällt am Dienstagmorgen jeweils um zehn Uhr mit dem Umstellen der Tische im Gemeindesaal. Aus den Tischgruppen, an denen am Vortag die Senioren Kaffee getrunken haben, werden zwei lange Tischreihen, auf denen die Waren später sortiert und abgepackt werden.

Während die Gruppe auf die Lieferung wartet, werden Taschen sortiert und die Kundenliste wird auf den neuesten Stand gebracht: Wer hat sich abgemeldet? Kommt jemand heute zum ersten Mal? Daneben ist auch noch Zeit zum Klönen. Die Gespräche machen einen wichtigen Teil der gemeinsamen Arbeit aus. Man tauscht sich aus und achtet auf den anderen.

In der Celler-Tafel-Gruppe der Paulusgemeinde kommen ganz unterschiedliche Menschen zusammen. Einige aus der Gruppe bekommen selbst Waren von der Celler Tafel. Anderen geht es finanziell gut. Sie wollen sich sozial engagieren. Die Vielfalt im Team ist manchmal eine Herausforderung. Dennoch ist sie ein großer Schatz. Denn sie verhindert die Spaltung in Wohltäter auf der einen Seite und Empfänger von Almosen auf der anderen.

Beim Warten auf die Lieferung ist manchmal Geduld gefragt. Nicht immer kommen die Waren pünktlich. Wenn der Kleinlaster dann auf den Hof rollt, kommt Bewegung in die Gruppe. Die Lebensmittel müssen gesichtet und gezählt werden: Was wurde geliefert und wie kann es in die erforderliche Anzahl von Taschen verteilt werden?

Hier in der Ausgabestelle werden die Waren fertig abgepackt verteilt. Alle Kunden bekommen nach Möglichkeit das Gleiche in die Taschen. Allerdings bekommen Familien etwas mehr als Single-Haushalte. Das Packen der Taschen ist manchmal keine leichte Aufgabe. Denn oft reichen die Waren nicht aus. Dann ist Phantasie und Fingerspitzengefühl gefragt und ein dickes Fell im Umgang mit den Nutzern der Celler Tafel. Denn manchmal wird die Unzufriedenheit über eine sparsam gepackte Tasche sehr drastisch geäußert. Doch meistens geht es friedlich zu.

Die Menschen sind dankbar für das Angebot der Celler Tafel. Es hilft ihnen, mit ihren schmalen finanziellen Mitteln über die Runden zu kommen. Allerdings ist der Gang zur Celler Tafel auch mit Scham verbunden. Die meisten wären froh, wenn sie nicht auf diese Form der Unterstützung angewiesen wären.

Wenn alle Taschen verteilt sind, geht es ans Aufräumen. Der Abfall wird sortiert und die Tische zurückgestellt. Die Ausgabestelle verwandelt sich zurück in den Gemeindesaal. Bis zum nächsten Dienstag.   

(aus dem Paulus-Gemeindebrief Okt.-Nov. 2013. Autor: Karsten Willemer)